Training Stress Score

Der Begriff Training Stress Core (TSS) wurde definiert von Hunter Allen & Dr. Andrew Coggan (Training and racing with a powermeter) und gibt Auskunft über die Belastung des Körpers im Training. Er berücksichtigt dabei die Dauer und Intensität der entsprechenden Ausfahrt. Je nach Ausprägung der einen Größe, muss die andere angepasst werden (z.B. bei mehr Intensität, geringerer Umfang), um Überlastungen zu vermeiden.

Da der Training Stress Score die gesamte metabolische Belastung des Herz-Kreislauf-System erfasst, macht er unterschiedliche Trainingsbelastungen vergleichbar. So kann ein kurzes intensives Training den gleichen TSS Wert erzielen wie eine lange Einheit im Grundlagenausdauerbereich.

Berechnung des Training Stress Score

Der Training Stress Score setzt sich aus der Functional Threshold Power (FTP), dem Intensity Factor (IF) und der Normalized Power (NP) zusammen. Diese werden für eine Trainingseinheit in Bezug zur Zeit gesetzt. Der TSS wird folgendermaßen berechnet:

TSS = ((s * W * IF) : (FTP * 3600)) * 100

Dabei entspricht:

Bedeutung des Training Stress Score

Der Training Stress Score basiert auf einer einstündigen Fahrt an der FTP, welche dann mit 100 Punkten bewertet werden würde. Der IF läge in diesem Fall bei 1,0. Das wäre zum Beispiel bei einem langen Zeitfahren oder dem Stundenweltrekord der Fall, wo Spezialisten wie Bradley Wiggins oder Filippo Ganna versuchen konstant an oder sogar immer wieder knapp über ihrem Schwellenwert zu fahren.

Wenn man dabei die Definition des Intensity Factor und der FTP bedenkt. Stellt man also fest, das ein TSS von 100 in einer Stunde die beinah höchste Belastung ist, die ein Sportler erreichen kann. Da der Intensity Factor durch die Normalized Power jedoch Leistungsspitzen höher bewertet können gelegentlich auch IF von 1,05 erreich werden, zum Beispiel in einem CrossCountry XCO Rennen oder bei einem Kriterium wo starke Antritte in Kurven oder an kurzen Anstiegen oft und deutlich über die individuelle anaerobe Schwelle des Sportlers hinausgehen. Ein solches Event kann also auch hohe Training Stress Score Werte erzielen.

Training Stress Score in der Praxis

Die gängigen Trainingsplattformen und Softwareprogramme wie Training Peaks, Golden Cheetah, Strava usw. berechnen den Wert selbstständig und auch einige Radcomputer, wie das Powercontrol 8 und die Garmin Radcomputer, zeigen diesen Wert bereits während der Fahrt an.

Bei TrainingPeaks basiert grundsätzlich die gesamte Trainingsplanung und Trainingssteuerung auf dem Training Stress Score. Dabei werden aus der täglichen Trainingsbelastung, dem TSS der an einem Tag, wenn auch in mehreren Trainingseinheiten, angesammelt wird, weitere Werte berechnet die man als Fitness (CTL), Fatigue (ATL) und Form (TSB) bezeichnet.

Auch bei uns im Trainingsplan spielt der Training Stress Score eine wichtige Rolle. Da der Training Stress Score die Gesamtbelastung des Trainings gut zusammenfasst, ermöglicht er eine präzise Steuerung.

Weitere Steuerungsgrößen in anderen Sportarten

Da der Training Stress Score auf Leistungsdaten beruht, ist er stark auf den Radsport begrenzt. In anderen Sportarten wie zum Beispiel beim Schwimmen oder Laufen werden technisch bedingt nur Daten wie die Geschwindigkeit oder der Puls aufgezeichnet. Da jedoch vor allem auch für Triathleten ein Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Teildisziplinen wichtig ist, hat man weiter Steuerungsgrößen entwickelt.

Der rTSS – Run Training Stress Score

Der Run Trainings Stress Score verwendet alternativ zu den Leistungsdaten die Normalized Graded Pace. Dieser Wert löst die Geschwindigkeit und Belastung von äußeren Faktoren wie Steigung und Gefälle in dem er diese mit einrechnet.

Der sTSS – Swim Training Stress Score

Basierend auf dem Functional Swimming Threshold Speed ist der sTSS die zweite Ergänzung zum Training Stress Score und macht damit ein effektives Triathlontraining möglich.

Der hrTSS – HeartRate Training Stress Score

Der HeartRateTSS ist universal für unterschiedliche Sportarten geeignet so wie für Sportler die z.B. keinen Zugang zu einem Powermeter haben. Bei stark variierenden Intensitäten im Training ist dieser Wert nicht so präzise wie die anderen, gerade da die Herzfrequenz nur verzögert auf Belastungen reagiert und längere Erholungszeiten hat in denen weitere hohe Werte gemessen werden.

Der hrTSS findet dennoch da Verwendung wo ein Sportler zusätzliche Aktivitäten erfassen möchte die Teil der Belastung seines kardiovaskulären System sind. Das könnte etwa eine Wanderung oder ein Sonntagsspaziergang, Krafttraining oder eine Skitour sein. Die Erfassung hierbei ist gerade im Leistungssport wichtig da schnell zusätzlich hoher TSS anfällt, der die Erholung neben den eigentlichen Trainingseinheiten bremst.

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